Wird Haushaltsarbeit bald von Robotern übernommen?

05.02.2019

Sie wünschen sich mehr Freizeit - statt aufräumen, kochen und putzen zu müssen? Zukunftsforscher Lars Thomsen prophezeit, dass bald schon Roboter die lästige Hausarbeit für uns erledigen.

Wann der Haushalts-Roboter auf den Markt kommt? Laut Lars Thomson schon zwischen 2025 und 2027. Finanzieren lässt sich der intelligente Haushaltshelfer im Wert von 20.000€ über einen Leasingbetrag von 199€ monatlich.  

Robotik im Haushalt ist einer der sieben „Tipping Points“, die der Experte für die Zukunft der Energie, Mobilität und Smart Networks in den nächsten 600 Wochen auf uns zukommen sieht.

Weitere Wendepunkte sind persönliche Assistenz durch Künstliche Intelligenz, Elektro-Mobilität, regenerative Energiesysteme, Ressourcen sparende Nahrungsmittelproduktion sowie Veränderungen im Bildungs- und Arbeitssystem.

Persönliche KI-Assistenz im Alltag

Künstliche Intelligenz ist der erste Tipping Point, den Thomsen nennt. Durch KI wird schon bald jeder von uns einen persönlichen Assistenten haben, der uns im Alltag unterstützt. Dieser wird z.B. Termine abspeichern, Reisen buchen und nach Anfrage Informationen liefern.
Erste Vorläufer sind Systeme wie Alexa, die in einigen Jahren noch weiter ausgebaut werden. Die KI-gestützten Assistenten werden uns dauerhaft zuhören und somit viele unserer Probleme mit einfachen Mitteln lösen.


Robotik im Haushalt

Der zweite Tipping Point betrifft die eingangs erwähnte Unterstützung durch Roboter im Haushalt. Der große Vorteil, den Thomsen dabei sieht, ist, dass wir mehr Zeit für anderen, wichtigere Dinge haben werden.
Damit einhergehend betont er die Bedeutung von Robotik in der Altersvorsorge und stellt in Aussicht, dass ein solcher Roboter womöglich sogar von der Krankenkasse bezahlt werden könnte.


Veränderte Mobilität durch Elektrizität

Die starke Veränderung im Bereich Mobilität ist Thomsons dritter Tipping Point. Dabei vergleicht er elektrische Motorantriebe mit der Entwicklung der Smartphones: Es gibt einen Umbruch, der zunächst nur wenige Menschen betrifft. Nach ein paar Jahren wird dieser Stand der Technik für weitgehend alle zur Selbstverständlichkeit.
Als Alternative zum Öffentlichen Nahverkehr und zum eigenen Auto prognostiziert er außerdem einen immer stärker werdenden Trend zur Entwicklung autonomer Fahrzeuge.  

Strom durch regenerative Energie

Mit der Entwicklung eines komplett neuen Energiesystems nennt Thomsen einen ökonomischen Tipping Point. In der Gewinnung von Strom durch regenerative Energien wie der Sonnen- oder Windenergie sieht er die Zukunft.
Von einem Top-Down-Energiesystem, das wenige Kraftwerke und viele Verbraucher hat, müssten wir uns einem Energiesystem zuwenden, das durch Speichern und Intelligenz Energie zur Verfügung stellt. Allein durch Sonnenenergie stünde der Erde jeden Tag 12 Tausend Mal mehr Energie zur Verfügung als die Menschheit verbrauche.

Ressourcen sparende Nahrungsmittelproduktion

Vertical Farming ist der fünften Tipping Point des Zukunftsforschers. Die Nahrungsmittelproduktion auf Feldern, wie sie aktuell betrieben wird, ist räumlich begrenzt und außerdem abhängig von Wetter und Jahreszeit. Die Zukunft liegt für ihn in der zweiten Dimension, d.h. Hallen mit bis zu 200 Stockwerken, in denen Früchte, Gemüse, und Getreide angebaut wird.
Mit Solarenergie betriebenen LEDs beleuchten die Flächen. Die Produktion in der Vertikalen verbraucht laut Thomsen nur rund 6% des Wassers, das im Feldanbau nötig sei. Diese Art der Nahrungsmittelproduktion könne rund um die Uhr und an jedem Ort eingesetzt werden. Darüberhinaus liefert sie einen deutlich höheren Ertrag.

Wandel in Bildung und Arbeit

Die beiden letzten Tipping Points fasst Thomsen zusammen. Im Bildungs- und Arbeitssystem werden neue Technologien und Künstliche Intelligenz natürlich auch eine immer größere Rolle spielen. Dadurch verändere sich das Arbeitssystem grundlegend. Thomsen prophezeit eine Wertegemeinschaft anstelle des Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Gefälles. Angesichts des deutlichen Fachkräftemangel und der niedrigen Geburtenrate definieren sich Unternehmen in Zukunft deutlich stärker durch ihre Werte. 

Die von Lars Thomson skizzierten zukünftigen Umbrüche und Veränderungen betreffen uns alle. Deshalb betrachtet er uns alle als Zukunftsforscher und als Zukunftsgestalter.

 

Bildnachweis: Roboter „ARMAR IIIa“, Karlsruher Institut für Technologie